Sonntag, 2. Oktober 2011

Nie kopflos: Honnefer Malteser helfen beim Deutschlandfest in Bonn

Nie kopflos: Honnefer Malteser helfen beim Deutschlandfest in Bonn

Normalerweise haben Enthauptete ja nichts mehr mit erfolgreicher Erste
Hilfe am Hut. Beim Deutschlandfest in Bonn ist das dieses Jahr anders:
Am Martinsplatz im Schatten des Münsters kommen Sanitäter und die im
3. Jahrhundert wegen ihres Glaubens geköpften Bonner Stadtpatrone
Cassius und Florentius recht gut miteinander zurecht - vielleicht
auch, weil beide für ein standhaftes Bekenntnis zum Glauben stehen.
Denn am Eingang zum Münsterplatz haben die Malteser aus Bad Honnef
sich mit ihrer "UHS" (Unfallhilfsstelle) eingerichtet, um
hilfesuchende Festbesucher medizinisch zu versorgen.

Für die Bad Honnefer Malteser ist es wahrscheinlich das
arbeitsreichste lange Wochenende des Jahres: Bereits am Freitag waren
sie mit 30 Helfern zu einer Schauübung in die Katastrophenschutzschule
in Ahrweiler ausgerückt. Vom 1. bis 3. Oktober betreiben sie mit
jeweils 15 Sanitätern jeweils vom frühen Nachmittag bis in die Nacht
die Unfallhilfsstelle am Martinsplatz. Darüber hinaus fungieren
Honnefer Malteser bei verschiedenen Veranstaltungen im Rahmen des
Deutschlandfests als Sanitätsposten. Im Auge des Orkans leitet
Zugführerin Laura Planko mit ihren Gruppenführern die Sanitätsstation,
während ihr Zugführerkollege Frank Ruppert in der Gesamteinsatzleitung
des Großeinsatzes die Verantwortung für die Kommunikation und den
Funkverkehr übernommen hat.

An der Unfallhilfsstelle begann der Dienst am Samstag eher ruhig.
Einige wenige leichte Blessuren mussten versorgt werden, aber immer
wieder auch Patienten mit ernsteren Erkrankungen, so dass auch die
Behandlung durch den Notarzt und ein Transport ins Krankenhaus
erforderlich wurden. Die in vielen Großeinsätzen vom Kirchentag bis
zur Loveparade erprobten Ehrenamtlichen halfen stets professionell und
nie kopflos - im Gegensatz zu den beiden Heiligen nebenan.

Neben Pflasterkleben und Notfallmedizin bleibt jedoch immer auch Zeit
für alle anderen Anliegen der Festbesucher. Für sie haben die
ehrenamtlichen Helfer immer ein offenes Ohr: Fragen nach dem Standort
der nächsten Toilette, dem Weg zum Rhein oder zum Hauptbahnhof sowie
individuelle Programmhinweise werden hier ebenso geklärt wie die
Frage, wer denn um alles in der Welt die beiden Köpfe sind, die da
zwischen Münsterbasilika und Sanitätszelten etwas unvermittelt am
Boden liegen. Das heißt - eine Frage konnte noch nicht befriedigend
geklärt werden, nämlich: Welcher der beiden Köpfe ist welcher Heilige?
Inzwischen ist aber auch das geklärt: Cassius ist der ohne Bart. AA







Foto: Die Honnefer Malteser-Sanitäter posieren mit dem Heiligen
Cassius für die Kamera. Foto: Terharen/MHD

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